So Not Berlin

Naffwords: SoNot Berlin

Veranstalter gibt es wie Sand am Meer, gerade in München lassen sich die guten Partys an zwei Händen abzählen! Umso mehr freuen wir uns heute auf unsere Interviewpartner, Fabian Kournettas und Luca Senoner die Gründer der Partyreihe und des gleichnamigen Plattenlabels:  SO NOT BERLIN

 

 

1. Wieso habt ihr überhaupt SoNotBerlin ins Leben gerufen?
Im Grunde kann man sagen, dass wir zu dem Zeitpunkt, als wir mit dem SoNot Berlin gestartet sind, so etwas in München noch nicht gab. Die Musik, die wir gespielt haben, hatte erst 2009, eine „Bühne“ im Münchner Nachtleben. Wir waren unzufrieden mit dem Münchner Nachtleben, wollte aber auch was ändern und so kam uns dieser Gedanke. Ich bin einfach der Meinung, dass wenn man rumnörgelt, man auch etwas ändern muss.

 

2. Habt ihr eine Definition für eure Musikrichtung?

Das ist ein sehr schwieriges Thema, denn im Grunde bewegt sich ständig etwas. Es hat 2008 mit dem sogenannten „French Elektro“ angefangen, Justice& Ed Bangers und BoyzNoize. Musikalisch kann man das nicht wirklich festmachen. Wir haben heute viele Trap, Dub, aber auch Elektro Einflüsse. Wir wollen uns nicht auf ein irgendein Genres festlegen, es wirkt fast traurig und wir wollen uns da einfach nicht festbeißen.

 

3.Wie geht man an solche Sachen an? Hat man da auch ein „Worst case“ Konzept?
Damals gab es keine Planung. Das Konzept lag einfach in der Musik und den Leuten , die es zu dem gemacht haben, was es heute ist. Im Vordergrund stand nur die Musik, alles andere war zweitrangig. Wie das dann nun Mal so ist, versucht man den Leuten auch gewissen Abwechslungen bei den Gigs zu bieten. Selber auflegen wurde dann auch für uns irgendwann eher zweitrangiger, wir wollten neue Künstler nach München holen! Heute hat sich die Frequenz an Partys klargelegt und wir gehen nicht mehr auf sagen wir mal „Masse“. 2011 war für uns da eher der musikalische Höhepunkt mit Veranstaltungsreihen im Crux. Das Konzept ist und bleibt aber die Musik! Mittlerweile veranstalten wir nur noch sehr wenig, da sich die Preroritäten einfach verändert haben. Dafür haben wir uns eine ganz ordentliche Künstler Agentur aufgebaut. Welche uns mindestens genau so viel Freude bereitet.

 

SoNot Berlin  Gründer Fabian Kournettas und Luca Senoner

SoNot Berlin Gründer Fabian Kournettas und Luca Senoner

 

4.Wie hat sich die vielzitierte Szene in München so verändert?
Schwierige Frage …aus meiner Sicht hat sich die musikalische Situation in München klar verschlechtert, wenn ich an andere Metropolen so denken muss. Sagen wir es mal so, München ist nicht wirklich bekannt gewesen in der „Szene“ was unsere elektronische Musik so betrifft, ich mag mich täuschen, aber es kommt noch weniger aus München, als noch vor ein paar Jahren. München hat einfach nicht die Clubs dafür und es fallen immer eine Menge „Optionen“ weg, da ist natürlich schwierig eine Basis für den langjährigen Erfolg zu schaffen. Zum Glück gibt es noch Clubs wie die Rote Sonne, die es immer noch schafft, gute, namenhafte und angesehen Künstler nach München zu holen. Trotzdem muss man sagen, dass München halt dann doch ein Dorf bleibt (grinst)

 

5.Also gibt es gar keine Musikkultur in München?
Man kann den Leuten hier kein Vorwurf machen, ganz im Gegenteil es gibt viele gute junge Künstler die auch Erfolg haben. Eine Kultur ist also da, sie wird aber nicht sichtbar denn die Clubbetreiber fördern die Entwicklung nicht wirklich. Keiner bemüht sich und es kommt auch nicht wirkliches etwas Konstruktives in den letzen Jahren heraus. Natürlich kann man die großen „Raves“ in München mittlerweile an zwei Händen abzählen, aber der Flair ist hier einfach ein anderer, denn schließlich gibt solche Festivals nicht das ganze Jahr. Zudem hat München auch logistische Probleme, denn die wirklich „geilen“ Locations finden wir hier nicht und wenn dann dürfen diese auch nicht für Festivitäten genutzt werden. Also besteht das „Münchner Nachtleben“ lediglich aus ein paar Residance Djs und aus traurigen „Kommerzschlagern“ .

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6. Was könnte man in München „besser“ machen?

So ziemlich alles denke ich. Die Leute haben sich hier einen ordentlichen Wohlstand aufgebaut und sich im Grunde auch gewillt zu feiern. Das Problem ist nur, dass die Musik  in den wenigsten Läden im Vordergrund steht. Der “underground” Hip Hop Club der Haftbefehl spielt und die vielen geklonten elektronischen Clubs, die alle den gleichen Brei spielen, sorgen dafür, dass die Münchner keine Ahnung mehr von Musik haben, woher auch wenn ihnen niemand zeigt, dass es auch mehr gibt als das. Veranstalter und Clubs sollten einfach mal darüber nachdenken, um was es beim Feiern wirklich geht. Im Grunde gibt es da für mich nur zwei Versionen des Feierns, entweder wegen der Musik oder wegen dem Alkohol aber nie um zu zeigen, wie geil man ist. Dieser Punkt ist in München leider allgegenwärtig, auch wenn es viele wahrscheinlich gar nicht sehen.

 

7. Welche Pläne stehen 2015 an?
Diese Jahr erweitern wir So Not Berlin um ein weiteres Standbein und da freuen wir uns schon sehr drauf. Ab diesem Jahr gibt es So Not Berlin Records, derzeit ist der erste Release in den Startlöchern und der zweite in Produktion. Wir sind sehr gespannt was sich dadurch noch alles ermöglichen wird.

Des weiteren planen wir der Zeit einige Touren für unsere Jungs Apashe und Snails aus Kanada. Seitdem sie in den USA ihren Durchbruch hatten, steht bei den Beiden nun auch sehr viel mehr Arbeit in Europa an. Und wir haben noch ein paar neue Künstler unter Vertrag genommen auf die wir ebenfalls sehr gespannt sind.

 

8. Habt ihr ein Partyhotspot in München/Weltweit?
Also einen Partyhotspot haben wir in München eigentlich nicht mehr, das liegt aber da dran das wir am Wochenende fast nie in München sind. Luca und ich sind durch unsere Tätigkeiten als Tour Management und in Lucas Fall als Fotograf im Grunde immer unterwegs. Daher schaffen wir es nur noch selten uns im Münchner Nachleben sehen zu lassen. Aber wenn wir mal da sind dann gehen wir eigentlich immer noch in die selben Läden wie früher, Crux oder Ähnliches.

 

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