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Rede und Antwort stehlen: Gentleman’s Agreement

Egal ob München oder Hamburg, Hauptsache Deutschland! Wir unterstützen jedes neues Modelabel, dass uns gefällt. Mode ist ein sehr weitreichender Begriff, bei Gentleman’s Agreement dreht es sich eigentlich um die essentiellen Dinge, in der “männlichen” Modewelt: FLIEGEN, KRAWATTEN, EINSTECKTÜCHER & SOCKEN !

Wir haben uns mit einem der Gründer zum Interview getroffen.

 

 

1. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, solch „spezifische“ Modeaccessoires  zu kreieren?

An einem unserer Rat Pack-Abende während unseres Studiums in Schweden, mit billigem Whisky und Musik von Sammy, Dean & Frank, erkannten wir, dass unsere gemeinsame Leidenschaft für den klassischen Lebensstil über das Trinken von Schnaps und dem Interesse an schönen Frauen hinaus ging. Galante Umgangsformen, charmanter Auftritt und ansprechende Kleidung – das war es. Daraus entstand die Idee, dass diesem Lebensstil ein größerer Stellenwert im Alltag zustehen sollte. Lediglich neu interpretiert. An einem besonders ausschweifenden Abend – so wie es wahrscheinlich in vielen Geschichten der Fall ist – wurde aus einer losen Idee eine lose Vereinbarung und aus dieser dann tatsächlich, ein paar Monate und einigen tausend Kilometer „inspirativer Auszeit“ durch Europa später, eine Vereinbarung unter Gentlemen: Gentleman’s Agreement war geboren.

Hinzu kam für mich der besonderen Anreiz ein Modelabel zu gründen, da ich schon immer an Mode interessiert war und die Zeit in Schweden diesen Wunsch weiter verstärkt hat. Denn ich wusste zwar, dass die Schweden recht modisch sind, war jedoch trotzdem erstaunt wie schick sich Frauen und Männer im Alltag oder bei Veranstaltungen kleiden. Während meiner Zeit in Schweden ließ mich also ein Gedanke nicht mehr los: Die Skandinavier sind gut gekleidet, die Franzosen sind gut gekleidet und die Italiener sind auch für ihren eleganten Kleidungstil bekannt. Nur die Deutschen, umgeben vom modischen Engagement ihrer Nachbarländer schaffen es lediglich minimalen Aufwand in ihre Kleidung und ihr Aussehen zu investieren. Da ich keinen Grund gesehen habe diesen Zustand in Deutschland aufrecht zu erhalten, war ich gefangen von der Idee Gentleman’s Agreement zu gründen. Warum wir uns am Anfang auf Accessoires fokussiert haben liegt daran, dass ein Mann mit den richtigen Accessoires seinem Outfit Charakter und somit das gewisse Etwas verleihen kann.

2. Wie schwierig ist es sich mit solch einem Produkt auf dem Markt zu positionieren?

Wenn man ein gutes Produkt hat, bekommt man recht schnell positives Feedback aus dem Markt zurück, sei es von Händlern, Kunden oder der Presse. Wir haben nun das Glück, dass wir viel Positives über unsere Produkte hören. Trotzdem ist es anstrengend und zeitintensiv die Händler und Kunden auf uns und unsere Produkte aufmerksam zu machen und uns somit unsere Positionierung am Markt zu sichern. Unser Ziel ist es ja nicht kurzfristig unsere Produkte an den Mann zu bringen. Wir wollen vielmehr eine Marke kreieren, die im Markt akzeptiert wird und mit der sich möglichst viele Menschen identifizieren können und wollen. Das ist ein Grund dafür, dass wir auf außerordentliche Qualität achten und unsere Produkte zu großen Teilen in Eigenproduktion in Hamburg herstellen und nur mit vertrauten Partnern in Italien zusammenarbeiten.

 

Mikko Jan

Mitgründer des Hamburger Labels Gentleman’s Agreement, Mikko Jann

 

3. Mikko, du kommst aus Berlin, lebst in München und ihr habt Gentleman’s Agreement in Hamburg gegründet. Welche von den drei Städten ist für dich am modischsten? 

Also ich kann nur für mich sprechen, aber generell würde ich sagen, dass man überall Menschen findet, die sich bewusst anziehen. Egal ob Sneakers und Jeans oder Monks und Chino, solange man nicht wahllos in den Kleiderschrank greift, gilt man für mich als modisch.

Alle drei Städte sind auf ihre Weise modisch, jedoch erachte ich Hamburg wohl als am authentischsten, wenn es um Mode geht. Man glaubt den Hamburgern, dass egal was sie tragen, sie es gerne tragen und auch dahinter stehen.

Berlin dagegen ist mir zu trendbewusst. München ist wohl die spießigste der drei Städte und doch sehe ich gerade deshalb großes Potential, um in der fortlaufenden Renaissance des Gentlemans über sich hinaus zu wachsen. Aber das ist ja nur meine These, die Jungs haben bestimmt ihre ganz eigenen Vorstellungen davon wie modisch ihre Stadt ist (grinsen).

4. Woher kommt eure Inspiration für die Kollektionen? 

Puh, Inspiration ist ein wortgewaltiger Ausdruck, den ich schwer greifbar finde. Ich glaube, dass Inspiration ein grundlegendes Gefühl von Ästhetik ist, das man verstärken kann, indem man die Dinge, Personen und Momente, die einen bewegen, bewusst auf sich wirken lässt. Um auf die Frage zurückzukommen würde ich sagen, dass wir drei alle recht unterschiedliche Inspirationsquellen besitzen, da wir drei unterschiedliche Persönlichkeiten sind, die während ihres Lebens unterschiedlich geprägt wurden, also von unterschiedlichen Dingen, Denkweisen und Charakteren beeinflusst werden. Dieser kollaborative Mix mit all seiner Vielseitigkeit spiegelt sich dann auch in unseren Kollektionen wieder, mit der wir versuchen „jung“ und „alt“, sowie „urban“ und „chic“ gleichermaßen anzusprechen.

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5. Krawatte oder Fliege? 

Früher hätte ich gesagt: „Krawatte. Fliege geht gar nicht!“. Heute bin ich wahrscheinlich etwas reifer und vielleicht auch etwas modischer und würde mich, je nach Situation entscheiden.

6.  Gentleman’s Agreement steht für …? 

… das Übereinkommen, das der moderne Großstädter („gentle urbanite“) mit sich selbst zu treffen hat, wenn es um die tägliche Zusammenstellung seiner Kleidung geht. Unser Ziel ist es daher eine Auswahl an Produkten anzubieten, die es ermöglicht, den täglichen Kompromiss zwischen dem Streben nach urbaner Individualität und klassischer Konformität zu vereinfachen und gleichzeitig modische und qualitative Maßstäbe zu setzen.

7. Was ist 2015 geplant? 

Wir wollen viel erreichen dieses Jahr und haben folglich einiges vor. Nachdem wir letztes Jahr erfolgreich in Hamburg unsere Marke eingeführt haben, streben wir nun an Partner zu finden, mit denen wir Gentleman’s Agreement innerhalb Deutschlands und darüber hinaus etablieren können.

Zudem steht unser nächstes Imageshooting an, für das wir wieder Simon Lohmeyer begeistern konnten, der ja auch schon unsere erste Kampagne fotografiert hat.

Des Weiteren arbeiten wir an unserer neuen Kollektionen und an der Erweiterung unserer Produktpalette. Das Konzept „Gentleman’s Agreement“ soll bald ein Komplettpaket sein, welches nicht nur Einstecktücher, Fliegen und Strümpfe umfasst, sondern auch Krawatten, Manschettenknöpfe und vieles mehr.

Nicht zuletzt stehen ein paar coole Features für unsere Webseite www.ga-clothing.com an, wie zum Beispiel die Umsetzung unseres eigenen Blogs und ein paar coole Crossover-Aktionen mit anderen Labels. Mehr dazu hoffentlich im Laufe des Jahres.

 

Gentleman's Agreement